30
Mär

Special-BIG-Appetizer: Brad Wanamaker

Auf unserer Website präsentieren wir euch monatlich einen BIG-Appetizer aus der vorangegangenen Ausgabe. Diesen Monat zeigen wir euch, anlässlich des Spiels von Darüssafaka Dogus Istanbul in Bamberg, einen zweiten Appetizer. Nämlich das Interview von Brad Wanamaker aus BIG #58.

BRAD WANAMAKER ist der vielleicht beste US-Guard, der jemals in der BBL gespielt hat. Warum er Bamberg verlassen hat, was seine Ziele mit Darüssafaka Istanbul sind und ob er seine Familie mit in die Türkei nimmt, erklärt Wanamaker im BIG-Interview.

Interview: Alexander Büge

Brad Wanamaker, in Bamberg verbrachten Sie erstmals während Ihrer Profikarriere mehr als eine Saison bei einem Verein. In den vergangenen beiden Jahren wurden Sie dort zweimal Meister, 14/15 zum Finals MVP und 15/16 zum MVP der regulären Saison gewählt. Vermissen Sie Bamberg schon?

Ein bisschen. Es waren zwei tolle Jahre für mich in Bamberg. Ich werde Bamberg deswegen auch immer in meinem Herzen tragen. Aber ich musste die Chance nutzen, weiterzuziehen. Ich bin nun bei einem neuen Team und darauf fokussiere ich mich jetzt.

Warum haben Sie sich dafür entschieden, nach Istanbul zu Darüssafaka zu wechseln?

Coach David Blatt war ein ausschlaggebender Faktor. Er ist ein außergewöhnlicher Trainer, von dem ich schon viele interessante Geschichten gehört habe. Er hat vielen Spielern geholfen, dass nächste Level zu erreichen. Zudem ist Darüssafaka eine ambitionierte Mannschaft, die in Europa ganz oben mitspielen will. Das gefällt mir sehr gut, denn das ist auch mein Ziel. Deswegen war die Entscheidung, nach Istanbul zu wechseln, nichts, worüber ich lange nachdenken musste.

Waren Sie aufgrund der politischen Situation nicht beunruhigt, dort einen Vertrag zu unterschreiben? Die U18-Europameisterschaft wurde im Sommer aufgrund dessen abgesagt.

Eigentlich nicht. Natürlich war ich ein bisschen nervös, bevor ich das erste Mal in Istanbul war. Immerhin habe ich eine Frau und zwei Kinder, die ich in eine Stadt bringe, wo zuletzt einige Bomben hochgegangen sind. Aber ich habe mit vielen anderen Spielern aus meinem neuen Team und auch mit dem Management gesprochen. Sie haben gesagt, dass die Medien mehr aus dem Thema machen, als es tatsächlich ist. Als ich schließlich selbst zum ersten Mal in Istanbul war, konnte ich mich auch selbst davon überzeugen. Dennoch bin ich natürlich immer wachsam und versuche, darauf aufzupassen, was um mich herum passiert.

Gab es auch Angebote aus der NBA?

Die NBA ist definitiv ein großes Ziel von mir. Ich hatte einige Work-outs bei NBA-Teams, aber es kam kein garantierter Vertrag zustande, weshalb ich mich für das Angebot von Coach David Blatt entschieden habe. Warten wir mal ab, was am Ende der nächsten Saison passiert.

Hätten Sie diesen Werdegang erwartet, als Sie vor vier Jahren noch in der zweiten italienischen Liga spielten?

Ja, das habe ich. Ich hatte immer das Vertrauen in mein Spiel. In meiner Rookie-Saison sind die Karten einfach nicht so gefallen, wie ich es gern gehabt hätte. Ich habe ja zuerst in der ersten italienischen Liga gespielt und mich dort verletzt. Anschließend war ich im Trainingscamp der Atlanta Hawks und bin mit dem letzten Cut aus der Mannschaft gestrichen worden. Als ich ein ziemlich gutes Angebot aus der zweiten italienischen Liga bekommen habe, dort für einen Monat zu spielen, habe ich die Situation genutzt. Danach habe ich mich zunächst in der D-League versucht, wo wir am Ende sogar die Meisterschaft gewonnen haben. Auf Dauer konnte ich mich mit der finanziellen Situation dort aber nicht anfreunden, da ich schon damals einen Sohn hatte, den ich versorgen musste. Danach habe ich weiter an mir gearbeitet und mein Spiel verbessert, sodass ich erst in Bamberg spielen durfte und nun in Istanbul bin.

Ist Darüssafaka der stärkste Verein, für den Sie je gespielt haben?

Wir sind erst am Anfang der Saison, weshalb es derzeit noch zu früh ist, um diese Frage abschließend zu beantworten. Mit Bamberg habe ich immerhin zweimal hintereinander die Meisterschaft geholt. Deswegen ist Bamberg auch bis jetzt die beste Mannschaft, in der ich bisher als Profi gespielt habe.

Ist Istanbul der professionellste Klub, für den Sie bisher gespielt haben?

Bamberg und Istanbul sind beide sehr professionell geführte Teams.

Inwiefern unterscheidet sich Ihr Leben in Istanbul von dem in Bamberg?

Die Städte sind kaum miteinander zu vergleichen. Istanbul ist viel größer und hektischer. Der Verkehr dort ist wirklich verrückt. Daran muss ich mich erst mal gewöhnen. Bamberg ist das Gegenteil. Dort ist es eher ruhig und relaxt.

Und inwiefern unterscheiden sich die Klubs?

Die Klubs möchte ich nur ungern miteinander vergleichen. Bamberg war für mich überragend, dabei möchte ich es belassen.

Darüssafaka soll über ein Budget von mehr als 25 Millionen Euro verfügen, weshalb der Verein hohe Ziele formuliert hat. Was können Sie mit Istanbul erreichen?

Ich möchte dem Team dabei helfen, ins Euroleague-Final-Four einzuziehen. Zudem will ich die türkische Liga und den türkischen Pokal gewinnen. Wenn ich mit einem Team in eine Saison gehe, ist es für mich immer das Ziel, so viele Trophäen wie möglich zu gewinnen. Das hört sich jetzt zwar vielleicht etwas habgierig an, aber diese Motivation treibt mich an. Wer jeden Tag das Ziel hat, alle Titel zu gewinnen, kommt auch jeden Tag zum Training und arbeitet hart.

In der Euroleague treffen Sie am 10. November auf Bamberg. Freuen Sie sich auf das erste Wiedersehen mit Ihrem alten Team?

Definitiv. Ich habe in meiner Karriere schon für einige Klubs gespielt, aber in den vergangenen zwei Jahren in Bamberg bin ich nicht nur als Spieler aufgelaufen, sondern habe auch Freundschaften geschlossen. Einige davon werden vielleicht ein Leben lang halten. Es war wirklich eine besondere Gruppe von Leuten. Mit vielen von ihnen tausche ich auch noch regelmäßig Text-Nachrichten aus. Dass wir gegen Bamberg zuerst in Istanbul spielen, ist in jedem Fall besser. Es werden mit Sicherheit Emotionen hochkommen.

Am 30. März werden Sie in Bamberg schließlich erstmals als Gegner auflaufen.

Das wird schon komisch. Zum ersten Mal werden mich diese tollen Fans nicht unterstützen. Wenn ich dort auflaufe, werden vermutlich viele alte Erinnerungen wieder hochkommen. Ich werde versuchen, meine Emotionen an diesem Tag in den Griff zu bekommen.

Können Sie sich vorstellen, eines Tages nochmals für Bamberg zu spielen?

Natürlich. Niemand weiß, was die Zukunft bringt. Wenn die Zeit dafür gekommen ist und sich die richtige Situation bietet, ist eine Rückkehr möglich. Ich werde Bamberg aber auch nah sein, wenn ich nicht dort spiele.


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