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Jun

BIG-Interview mit Kelly Oubre in Alt-Stralau

Entspannt wummern Hip-Hop-Beats über das Gelände. Unten an der Spree chillen Besucher in Liegestühlen im Sand. Weiter vorn, da geht es schon mehr zur Sache. Im Rhythmus der Musik kämpfen zwei Teams bei einem Streetballturnier auf dem Outdoor-Court. Wir sind in Berlin auf dem ehemaligen Gelände eines Heizkraftwerks „Alt Stralau 1“ zwischen Friedrichshain und Kreuzberg. Hier ist durch adidas, KICKZ und ALBA BERLIN eine neue Location für die Basketball-Szene entstanden. Zur Eröffnung am 17. Juni startete auch die AS1 Creators Summer League. Neben NBBL-Spielern von ALBA waren auch Ex-Profis wie Jermain Raffington am Start. Acht Spieltage soll es bis September geben. Ein weiteres Highlight im Sommer ist das #SHUTUPANDPLAY-Turnier von KICKZ. Natürlich gibt es Chill-Out-Areas, Essen, Drinks und die Möglichkeit selbst zu spielen. Foto: Kaprin Heller. Interview: Frank Weiß

Zur Eröffnung kam als Stargast Kelly Oubre von den Washington Wizards. Geduldig stellte er sich allen Selfies der zahlreichen Fans. Wir hatten dennoch die Chance, mit dem Forward zu sprechen.

Kelly, Du bist mit den Wizards in einer ganz engen Playoff-Serie an den Celtics gescheitert. Hast Du das Aus schon überwunden?

Ich glaube, das wird mich verfolgen bis zum ersten Spiel der neuen Saison. Ich hatte das Gefühl, wir hätten die Serie gewinnen müssen. Das ist für mich aber nur noch mehr Motivation in der Offseason. Immer wenn ich im Gym bin, denke ich daran. Mir gefällt es irgendwie, diesen Anreiz zu haben. 

Du hast mit deinem Team aber die Atlanta Hawks aus den Playoffs geworfen. Was hältst Du von Dennis Schröder?

Ich respektiere ihn sehr. In den Playoffs war er ein unangenehmer, mutiger und zäher Spieler, der auch viel gequatscht hat. Ich wusste nicht, dass er so sein kann. Ich respektiere ihn, weil er weiß wie man Basketball spielt. Er ist ein eher kleiner, schmaler Guard. Doch das stoppt ihn nicht. Ich gratuliere ihm auch zu seinem Vertrag. Er ist dazu ein Geschäftsmann. Als wir in Atlanta waren, haben wir das mitbekommen. Seine Lounges usw. Er ist ein smarter Junge, der sein Land gut vertritt.

Dennis? Ein Trash Talker?

(lacht) Ja, das war mir auch nicht bewusst. Doch Trash Talk ist Teil des Spiels, kein Problem. In der Regular Season hat er kaum etwas gesagt. In den Playoffs hat er dann ein wenig erzählt während des Spiels. Meist gegenüber John Wall (grinst). Das respektiere ich. Er ist ein toller Spieler.

Wir haben hier ein Streetballturnier. Wie wichtig war Streetball für Dich?

Ich habe einige Streetballturniere gespielt. Wie das Blacktop Tournament in Houston oder das Tri State Classic in New York. Das ist eine eigene Kultur. Ich liebe es, Basketball zu spielen und immer wenn ich die Chance dazu habe, tue ich es. Egal wo, egal gegen wen. Ich liebe das Spiel einfach sehr. Ich habe auch viele Pick-up-Games gespielt. Das ist ja dem Streetball ähnlich.

Was ist der Unterschied zu einem NBA-Spiel?

Ich muss natürlich viel vorsichtiger sein. Doch man kann beim Streetball an den einzelnen Facetten seines Spiels feilen. Es ist immer gut, sein Spiel und seine Fähigkeiten zu erweitern. Hier ist es wie ein Training, der Test kommt dann im Wettbewerb – abends um 19 Uhr, wenn das Licht in der Arena angeht und die Fans da sind.

Hat Streetball dein Spiel beeinflusst?

Auf jeden Fall. Ohne Streetball würde ich nicht so dribbeln können, wie ich es heute tue. Da gibt es eine Reihe von Dingen, die ich dort gelernt und verfeinert habe. Ich hätte wohl auch nicht so viel Vertrauen in mein Spiel, wie ich es heute habe.

Wie gefällt Dir diese Anlage hier?

Ich habe so etwas schon gesehen. Doch diese gehört eindeutig zu den besseren mit der Location, der Musik, den Leuten, dem Vibe. Ein toller Ort, um Basketball zu spielen oder einfach die Musik mit Drinks und Essen zu genießen. Ich denke, das brauchen wir auch in den USA. Ich werde mal bei adidas anfragen, ob wir das auch in den USA einführen können. Davon brauchen wir mehr.

Bist Du das erste Mal in Deutschland?

Ja, ich bin sogar das erste Mal außerhalb der USA. Deutschland ist das erste Land, das ich besuche. Ich bin heute Morgen eingeflogen. Ich bin sehr glücklich hier zu sein. Noch sauge ich alle Eindrücke auf. Aber es ist toll, die Leute sind alle nett.

Was ist dein Ziel mit den Wizards in der kommenden Saison?

Mein Ziel ist es, den Award als „Most improved Player“ zu gewinnen. Ehrlich. Das ist mein persönliches Ziel. Es wäre ein Zeichen dafür, dass sich die harte Arbeit auszahlt. Ich will einfach besser als in der vergangenen Saison sein. Defensiv will ich die gleiche Intensität auf den Court bringen. Offensiv will ich an meinem Spiel arbeiten, damit die Kollegen mir da noch mehr Vertrauen können.

Und was sind die Ziele mit dem Team?

Wir wollen definitiv in die Eastern Conference Finals. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können. Der nächste Schritt wäre dann das Finale. In den Eastern Conference Finals könnte der Gegner Cleveland sein. Doch man weiß nie, wie so eine Saison verläuft. LeBron wird nach der Final-Niederlage gegen die Warriors extrem motiviert sein. Er wird mit Feuer in den Augen zurückkommen. Das wissen wir jetzt schon. Aber wie gesagt, auch uns treibt das knappe Playoff-Aus nur noch mehr an. Also: Let’s hoop! 

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Der nächste Spieltag steigt am 08. Juli ab 14:00 Uhr


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