04
Apr

Mehr wagen!

Wie sollte der Sieg des deutschen Basketball-Teams beim Albert Schweitzer Turnier eingeordnet werden? Historisch? Gigantisch? Manchmal reicht auch eine Spur bescheidener, nennen wir es einfach wie es ist: einmalig. Zumindest fürs Erste. Zum 28. Mal wurde das renommierte Turnier, oft auch als inoffizielle u-18 Weltmeisterschaft betitelt, ausgetragen. Zum allerersten Mal konnte ein deutsches Team gewinnen und das sogar ohne ihren bekanntesten Spieler, Isaiah Hartenstein. Es wird immer deutlicher: All die Weichenstellungen der letzten Jahre zugunsten des Nachwuchses werden spürbarer wahrgenommen. Junge deutsche Spieler sind nicht nur mehr Busfahrer, sondern wachsen zu Leistungsträgern heran.

Das heutige u-18 Team ist nicht die erste Generation seit Nowitzki, die viel Talent bündelt. Man denke nur z.B. an die Jahrgänge um Dennis Schröder, Daniel Theis oder Maxi Kleber. Sie sind allesamt nur ein paar Jahre älter, aber schon wichtiger Bestandteil in ihren Vereinen. Wenn also alles glatt läuft, werden in den nächsten Jahren noch mehr Talente nachkommen und die Bundesliga bereichern. Am meisten wird aber sicherlich die Nationalmannschaft davon profitieren. Auch nach der letzten Europameisterschaft gab es, trotz des enttäuschenden Vorrunden-Aus, eine insgesamt positive Grundstimmung. Eben weil die Zuschauer sehen konnten, dass viele junge Spieler nachrücken und den Basketball prägen werden.

Das Fundament steht und wächst also. Es fehlt aber vielleicht noch ein konkretes Ziel für die Zukunft. Während immer mehr Talente nachkommen, herrscht beispielsweise bei der Position des zukünftigen Bundestrainers immer noch wenig Klarheit. Wie lange bleibt noch Chris Fleming, wer kommt danach? Was will die Nationalmannschaft überhaupt erreichen? Der Nachwuchs kommt oder ist bereits da. Und dann? Der Deutsche Basketball Bund (DBB) braucht eine Vision, eine Aufgabe, die die Arbeit der nächsten Jahre bestimmt. Think big! Die EM-Vorrunde im letzten Jahr war ja ganz nett, diente aber höchstens als Appetizer. Zuletzt wurde 1993 ein großes Turnier in Deutschland ausgetragen, seitdem ist eine Generation um Nowitzki, Okulaja, Femerling und Co. gekommen und gegangen, ohne dass sie im eigenen Land eine große Bühne bekommen hätten. Dieser Fehler sollte nicht wiederholt werden. Ein Turnier im eigenen Land kann, bei entsprechendem Erfolg der eigenen Nationalmannschaft, eine Sportart ungemein pushen.

Hier müssten bereits jetzt die Weichen gestellt werden. Die Europameisterschaft 2017 ist bereits vergeben, die Weltmeisterschaft 2019 auch (China). Im Jahr 2021 steht wieder eine EM an, 2023 dann wieder eine WM. Deutschland hat die Hallen und die Infrastruktur, um solche Turniere auszutragen, wieso also nicht? Sicherlich ginge der DBB auch ein finanzielles Risiko ein, aber ohne Mut kommt die Sportart nicht voran. Angenommen Deutschland wird Ausrichter der WM 2023: Man hätte einen konkreten Zeitraum und ein greifbares Ziel. Bis dahin muss die Mannschaft in der Weltspitze konkurrenzfähig sein und kann um den Titel mitspielen. Sechs bis sieben Jahre Zeit hätte man, um ein gutes Team aufzubauen und sich einzuspielen. Die heutige Generation vom Albert Schweitzer Turnier käme dann gerade ins beste Basketball-Alter. Diese Chance sollte man nicht noch einmal verpassen.


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