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Jun

BIG-Appetizer: Stefan Jovic

Auf unserer Website präsentieren wir Euch monatlich einen BIG-Appetizer aus der vorangegangenen Ausgabe. Diesen Monat zeigen wir Euch den Text über Stefan Jovic aus BIG #74. 

Bayerns neuer Anführer

Stefan Jovic musste in seiner ersten Saison bei Bayern München verletzungsbedingt oft zuschauen. Zur wichtigsten Phase scheint der Spielmacher den Rückstand aufgeholt zu haben und entwickelt sich zum Leistungsträger des Triple-Jägers. Text: Robert Heusel


Die Atmosphäre in der Halle kocht über. Stefan Jovic reißt die Arme in die Höhe, an beiden Händen drei Finger ausgestreckt. Er nickt zufrieden und wendet sich der jubelnden Menge in der Südkurve des Audi Domes zu. Mit seinem Dreier drei Sekunden vor Ende des entscheidenden Spiels 3 im EuroCup-Viertelfinale gegen UNICS Kasan hatte der Serbe den sprichwörtlichen Deckel drauf gemacht. Auf die Partie zum 91:81-Endstand und gleichzeitig auf die Best-of-three-Serie, die die Münchner nach hart umkämpften Duellen mit dem Top-Team aus der Region Tatarstan letztlich für sich entscheiden konnten.

Durch diesen Erfolg zog der FC Bayern erstmals in seiner Vereinsgeschichte in das Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs ein. Der Fluch des Viertelfinales – in den beiden Vorjahren schied München in der Runde der letzten acht jeweils gegen den späteren Sieger aus – war gebrochen. Nicht zuletzt ein Verdienst des serbischen Spielmachers, dessen Coach Sasa Djordjevic schon früh in der Saison wusste, weshalb er seinen Landsmann nach München lotste. „Stefan ist ein erfahrener Spieler, der in seiner Karriere schon viele entscheidende Spiele gespielt hat“, so Djordjevic. „Egal in welchem Wettbewerb, wenn du Spieler mit Erfahrung in deinen Reihen hast, ist das ein riesengroßer Vorteil.“

Mit 27 Jahren hat Jovic bereits unzählige dieser Erfahrungen auf höchstem internationalen Niveau gesammelt. Je eine Silbermedaille bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften liegen im Trophäenschrank neben zahlreichen nationalen Titeln in Serbien. Unter anderem gewann der Spielmacher mit Roter Stern Belgrad zwischen 2015 und 2017 dreimal in Folge das Triple aus Meisterschaft, Pokalsieg und dem Titel in der supranationalen ABA-Liga. „Ich habe mit Roter Stern viele Titel gewonnen und möchte das hier in München wiederholen“, gibt der junge Familienvater die Marschroute für die Saison vor. Die Titelambitionen des FC Bayern seien auch der Grund gewesen, weshalb er sich entschied, nicht in seiner Heimat Serbien zu spielen, sondern eine Herausforderung im Ausland zu suchen. Dabei spielte es auch keine Rolle, dass er vorerst nicht mehr in der EuroLeague auflaufen konnte. „Die Ambitionen des Vereins waren mir wichtiger als der Wettbewerb“, macht der Serbe unmissverständlich klar.

Ein weiterer Grund für den Wechsel nach München dürfte die Wiedervereinigung mit Maik Zirbes gewesen sein. „Wir haben eine ganz besondere Beziehung und verstehen uns sowohl auf als auch außerhalb des Spielfeldes hervorragend. Maik spricht zudem mittlerweile sehr gut Serbisch, sodass wir uns gegenseitig beim Lernen der jeweiligen Sprache unterstützen können.“ Die beiden bildeten in gemeinsamen Belgrader Zeiten eines der besten Point-Guard-Center-Tandems Europas. Unvergessen ist ihr EuroLeague-Auftritt in München 2015, als sie die Bayern-Defense durch überragendes Pick’n’Roll-Spiel filetierten. Jovic stellte hierbei mit 19 Assists einen bis heute ungebrochenen EuroLeague-Rekord auf.

Diese Spielmacherqualitäten weiß auch Trainer Djordjevic, einst selbst einer der besten Aufbauspieler des Kontinents, zu schätzen. „Stefan weiß, wie er das Team zu führen hat. Seine individuelle Taktik ist auf sehr hohem Niveau.“ Mit individueller Taktik meint der Coach besondere Fähigkeiten, die er als Trainer selbst kaum beeinflussen kann. Kreativität, Entscheidungsfindung und das Gespür für die Situation dürften zu diesen Fähigkeiten zählen. „Ich nenne es individuelle Taktik. Sie ist vor allem in wichtigen Spielen entscheidend“, so Djordjevic. „Ich sehe darin eine Fähigkeit, die ein Trainer nicht in ein, zwei Monaten oder sogar einem Jahr vermitteln kann. Die Spieler müssen wachsen, sich im Bereich der individuellen Taktik entwickeln. Am Ende kann die individuelle Taktik einzelner Spieler über Sieg und Niederlage entscheiden.“

Aktuell sieht es so aus, als würden sich Jovics Qualitäten für den FC Bayern voll auszahlen. Für den Dirigenten der Münchner Offensive gilt es für den restlichen Verlauf der Saison vor allem gesund zu bleiben, denn Verletzungen ziehen sich bislang wie ein roter Faden durch die Spielzeit des Serben. Im Sommer kam er mit einer Fußverletzung von der EuroBasket nach München, ehe ihm im Saisonverlauf eine Handgelenksreizung sowie Rückenprobleme immer wieder zu schaffen machten. „Wenn er defensiv hundertprozentig fokussiert ist, dann ist er eine wahnsinnige Verstärkung für unsere Mannschaft“, stellt Djordjevic klar. Dass Jovic offensiv, sei es durch kluge Assists oder wichtige Dreier, Spiele entscheiden kann, hat er nicht nur im Do-or-die-Spiel gegen UNICS Kasan bewiesen.



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