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05
Jan

Gesucht: Eine Pandemie-Lösung 2.0


BIG-Kommentar von Martin Fünkele

Omikron ist in der easyCredit BBL angekommen. Dass das geschehen würde, war klar. Dass es nun so schnell geht, stellt die Liga vor eine große Herausforderung. Würzburg ist schon in Quarantäne, Oldenburg auch und auch in Berlin, Göttingen und wohl auch Bayreuth sind Teile der Mannschaft infiziert. Und dabei wird es nicht bleiben. Die aktuelle Corona-Mutante ist so aggressiv, dass sie aus negativen PCR-Tests innerhalb weniger Tage, manchmal Stunden, einen positiven Corona-Befund macht. Unabhängig davon wie fehlerfrei der PCR-Test durchgeführt wurde und welche Dunkelziffer dieser mit sich bringt. 

Doch viel mehr als um die Frage, welche Spiele wann und wo stattfinden, geht es jetzt darum, eine Strategie zu entwickeln, wie man damit umgeht, wenn Spielausfälle in den nächsten Wochen zu Regel werden. Die Liga hat am vergangenen Wochenende – trotz deutlicher Indizien auf einen Corona-Ausbruch in Würzburg – auf die Durchführung der Partie gegen Bayreuth bestanden. Was rückblickend ein Fehler gewesen sein mag, war in der Konsequenz richtig. Die Entscheidung wird durch das Corona-Protokoll getragen, das haben alle 18 Klubs der BBL unterschrieben. Maßgeblich für die Einsatzfähigkeit eines Spielers ist ein negativer PCR-Test. Sind acht Spieler einsatzfähig, wird gespielt, wenn nicht, wird verschoben. Das ist ein wissenschaftlicher Ansatz, der in Omikron-Zeiten weniger verlässlich ist als während der Delta-Phase, er bleibt dennoch die einzig belastbare Entscheidungsgrundlage.

Und auf eine solche müssen sich alle Beteiligten nun einigen. Denn mehr noch als um den Schutz der Gesundheit geht es in den nächsten Wochen um den Schutz des Geschäfts. Schon jetzt sind einige Klubs wirtschaftlich stark angeschlagen – mindestens fünf von 18 fehlt in der kommenden Saison ein Hauptsponsor. Es geht darum, Regeln aufzustellen, die einen Spielbetrieb aufrechterhalten, bei dem in den nächsten Wochen immer häufiger Partien abgesagt werden müssen. Nur so können die Jobs aller Beteiligten gesichert werden. Und es geht darum, die Gesundheit der Spieler abseits des Parketts zu schützen. In einem System, dass aus nahezu 100 Prozent geimpfter und häufig getesteten Personen besteht, kommt das Virus aus dem Privaten. Aus der Familie, vom Essen-Gehen, vom Party-Machen. Hier gilt für alle aktiven Akteure: Kontakte vermeiden, Risiken minimieren, diszipliniert sein. Das ist, auch für Nicht-Profis, nach zwei Corona-Jahren bitter und anstrengend, wem etwas an seiner Gesundheit und seinem Job liegt, sollte sich trotzdem selbst schützen.

Seit am vergangenen Wochenende die Omikron-Realität Einzug in die Liga gefunden hat, glühen die Drähte zwischen BBL-Präsidium und Klubvertretern. Das zeitweise Aussetzen der Saison soll besprochen worden sein (unwahrscheinlich), eine temporäre Bubble (zu teuer) und die Anpassung der Saison (Playoff-Modus, Verlängerung der Spielzeit). Die Wiedereinführung der seit dem vergangenen Sommer ausgesetzten, regelmäßigen PCR-Testung muss in allen Klubs mehrmals pro Woche wieder zum Standard werden, ist aber nur ein Teil einer noch zu definierenden Lösung. Hier muss nun angepackt werden, und zwar so, dass alle Klubs an einem Strang ziehen. Das ist erfahrungsgemäß schwierig, da alle Teams in sportlicher und wirtschaftlicher Konkurrenz stehen. Doch ich sehen keinen anderen Weg, als sich gemeinschaftlich auf klare Regeln zu einigen – weshalb ich das Corona-Protokoll und die PCR-Tests als Entscheidungsgrundlage für richtig halte. Wir wissen alle, dass die nächsten Wochen wild, ja VUCA werden. Die Übersicht im Chaos kann man nur behalten, wenn man sich an für alle geltende Leitplanken hält. Dass die BBL dazu in der Lage ist, bewies sie bereits im Frühjahr 2020. Für Mut, Rücksicht, Solidarität und Gemeinschaft wurde sie vor, während und nach dem Final-Turnier gelobt. Nun steht sie vor einer ebensolchen Richtungsentscheidung. Mit zahlreichen Risiken, manchen Chancen und ohne Packungsbeilage.



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