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18
Feb

TOP-FOUR-Vorschau: Berlin vs. Chemnitz

Halbfinale: Berlin vs. Chemnitz, 19.02.2022; 19:30 Uhr. Mercedes-Benz Arena.

kostenlos bei MagentaSport.de und Twitch

An diesem Wochenende (18./19.02.2022) steigt in der Berliner Mercedes-Benz Arena das TOP FOUR des MagentaSport BBL Pokals. Mit von der Partie: der Hausherr und Favorit, ALBA BERLIN, sowie die Herausforderer aus Chemnitz, Braunschweig und Crailsheim. Die BIG-Vorschau zum TOP FOUR, Teil II: Berlin vs. Chemnitz. Beide Texte erschienen im Rahmen von #BIG114. 

Berlin: Die Jagd auf Nummer 11 geht weiter | Frank Weiss. 

ALBA BERLIN geht als Favorit ins TOP FOUR. Mit einem weiteren Titel wären die Berliner Rekordsieger. Nach Problemen zum Saisonstart hat das Team gezeigt, dass es ALBA-Basketball spielen kann.

Ein Gesetz hat sich in den vergangenen Jahren im MagentaSport BBL Pokal etabliert: kein TOP FOUR ohne ALBA BERLIN. Zehn Jahre ist es her, dass die Hauptstädter nicht unter den letzten Vier standen. Seitdem gab es vier Titel, insgesamt stehen zehn Pokalsiege in der Chronik. Ein weiterer Triumph – und die Berliner sind alleiniger Rekordsieger vor Leverkusen. Im Vorjahr vermasselten ihnen die Bayern im Finale den elften Pokaltitel. Der soll nun in diesem Jahr her. Ohne München sind die Berliner in eigener Halle der Top-Favorit.

Dabei drohte zunächst sogar ein frühes Aus. Im Achtelfinale mussten die Berliner gegen die starken Bonner in die Verlängerung, gewannen 83:80. Im Viertelfinale war die Sache dann eindeutig: 84:57 bei medi bayreuth. Im Pokal-Halbfinale wartet nun Chemnitz. Israel Gonzalez machte nach dem Liga-Duell Anfang Dezember ein Geständnis: Er sei ein Fan der NINERS. Zuvor hatte deren Trainer Rodrigo Pastore eine Lobeshymne auf den Meister angestimmt. Man mag sich also. Auch die Anhängerbeider Klubs sind sich freundlich gesinnt.

Auf dem Parkett hört die Freundschaft natürlich auf. ALBA gewann am 5. Dezember ein teilweise zerfahrenes, aber intensives Spiel 83:62. Chemnitz war ersatzgeschwächt, und ALBA gönnte sich den Luxus, mit Luke Sikma, Maodo Lo und Marcus Eriksson auf seine drei wohl wichtigsten Spieler zu verzichten. Dies dürfte im Halbfinal-Duell sicher anders aussehen. Verletzungsbedingt waren die Berliner wacklig in die Saisongestartet. Mit voller Kapelle nahm das Team dann aber Fahrt auf. Wobei die Zugänge Jaleen Smith, Tamir Blatt und Yovel Zoosman noch nach Konstanz und ihrem Platz im freien Spiel der Berliner such(t)en. War das Prunkstück zuletzt die Aufbauposition mit Peyton Siva, Jayson Granger und Maodo Lo, ist es nun der Frontcourt. Sikma, Ben Lammers, Johannes Thiemann, Oscar da Silva, Tim Schneider und Christ Koumadje stehen unterm Korb bereit. Kein Team in der BBL ist dort derart tief besetzt.

Headcoach Israel Gonzalez hat die Chance, auf den Gegner zu reagieren, verschiedene Looks zu präsentieren. Vor allem der 2,21-Meter-Riese Koumadje stellt viele Gegner vor Probleme. Schon in der Finalserie gegen München in der vergangenen Saison war er ein entscheidender Faktor. Damals vor allem mit seiner Präsenz in der Zonen-Verteidigung. Das wird in dieser Spielzeit flexibler gestaltet. Koumadje hat im Sommerviel mit Individualcoach Carlos Frade geackert, berichtet Gonzalez. „Man merkt, sein Körper hat sich verändert. Ich hoffe, er bleibt von Verletzungen verschont. Es ist wichtig für ihn, einen Rhythmus zu entwickeln“, so der Spanier. Denn eine Verletzung gleich zu Beginn der Vorbereitung warf ihn zurück, im Dezember knickte er erneut um. Nun wird mit ihm auch Mann-Verteidigung gespielt. ALBAs Pick’n’Roll-Defense mit dem aggressiven Raustreten der Bigs muss mit Koumadje jedoch noch angepasst werden. „Er lernt mit uns zu spielen, wir mit ihm“, sagt Gonzalez. Unter dem Korb des Gegners zeigte Koumadje sich schon gnadenlos effektiv, mit Trefferquoten von über 70 Prozent in der EuroLeague. In meist noch wenigen Spielminuten kann er dem Team so einen Schub geben. „Unglaublich“ nannte Gonzalez diesen Output Mitte Dezember. Im Laufe der Saison soll Koumadje längere Einsatzzeiten sehen. „Es ist wichtig für Christ, frisch, fit und physisch voll da zu sein“, so Gonzalez. Dies müsse er sich in den Spielen und den wenigen Trainingseinheiten erarbeiten, um mehr Minuten zu sehen. „Bei Spielern seiner Größe hängt davon viel ab. Wenn sie müde werden, geht die Leistung meist auch sehr schnell runter.“ Dies habe Koumadje verstanden. Und der Mann aus dem Tschad hat noch einen Vorteil: Freiwürfe. Hack-a-Christ kann man gegen ihn nicht spielen.

Chemnitz: Der Traum von der Sensation | Daniel George

Wie die NINERS CHEMNITZ bei ihrer ersten Teilnahme am Pokalwettbewerb gleich den Titel gewinnen wollen – und warum das Halbfinale gegen ALBA BERLIN für den Klub etwas Besonderes ist.

Was passiert, wenn Chemnitz die Sensation schaffen sollte? Wenn die NINERS am Ende tatsächlich den Pokalgewinn bejubeln dürfen? Und das gleich bei der ersten Teilnahme am Wettbewerb? Steffen Herhold ist zu demütig, um mit konkreten Feierplänen zu antworten. Doch mit einem Lächeln im Gesicht sagt der Geschäftsführer der NINERS Chemnitz im BIG-Gespräch sehr wohl: „Wir würden uns mit Sicherheit nicht dagegen wehren.“ Denn: „Für uns ist das eine Riesenchance. Wir spielen voll auf Sieg!“

Dabei wird für Chemnitz bereits das Halbfinale „phänomenal“, wie Herhold sagt. Eines der großen Highlights der Vereinsgeschichte.

Denn mit Gastgeber ALBA BERLIN wartet nicht nur der Top-Favorit auf den Titelgewinn auf die NINERS. Nein: „ALBA hat bei den Basketballverrückten hierin der Stadt auch eine besondere Stellung“, sagt Herhold. „Das ist einfach noch immer die bekannteste Basketballmarke in ganz Deutschland. Und zu unseren Zweitliga-Zeiten hatte ALBA eine super gute Zeit. Berlin ist nicht so weit weg von Chemnitz. Dieses Spiel löst bei vielen Menschen etwas aus.“ Und Herhold sagt weiter: „Für uns als Verantwortliche war ALBA immer ein Vorbild dahingehend, wie sich der Gesamtverein entwickelt hat. Sie mussten immer andere Wege gehen, um oben anzukommen. ALBA ist großgeworden – und du hast trotzdem nicht das Gefühl, dass das einfach nur ein bis ins letzte Detail gesteuertes Unternehmen ist.“

Doch bei allem Respekt für den Berliner Weg mit viel Seele: Die NINERS wollen ALBA im Halbfinale aus dem Wettbewerb schmeißen. Das wäre auf dem Papier überraschend, sicherlich, aber so sehr dann doch auch wieder nicht. Bereits in den vergangenen beiden Runden ging Chemnitz schließlich als Außenseiter in die Spiele – und gewan nam Ende. Erst gegen Ulm (87:85), dann gegen München (85:80). Noch zwei weitere Siege und der Pokal stünde im Chemnitzer Trophäen-Schrank – und im Lebenslauf der NINERS-Profis. Eine Vision, „mit der du die Jungs packen kannst, mit der du sie kriegst“, wie Geschäftsführer Herhold sagt. „Mit solchen Träumen spornst du sie an.“

Einer, der diesem Traum vom Pokalgewinn mit Chemnitz nachjagte wie kaum ein zweiter NINERS-Profi, war Gerald Robinson. Der US-Routinier hatte sich Chemnitz im Sommer mit dem klaren Ziel angeschlossen, das Team in ein Finale zu führen. Doch Ende November zog der 32 Jahre alte Spielmacherseine Ausstiegsklausel und wechselte zum italienischen Erstligisten Sassari. Schweren Herzens ließ Chemnitz den Vorzeigeprofi ziehen, aber: „Gerald ist in einem Alter, in dem nicht mehrviele dicke Verträge auf dich warten“, sagt Steffen Herhold. „Er wäre wirklich gerne bei uns geblieben. Aber das, was Sassari da auf den Tisch gelegt hat, war so unglaublich gut, dass wir seinen Vertrag auch nicht hätten anpassen können.“ Nach BIG-Informationen verdient Robinson in Italien nun fast das Doppelte seines NINERS-Gehaltes. Doch auch wenn einer der Helden der ersten Pokalrunden nicht mehr dabei ist: Der Traum vom Titelgewinn lebt weiter. Mit Point Guard Eric Washington und Shooting Guard Trent Lockett wurde Ersatz für Robinson verpflichtet. Und die NINERS Hoffnung, dass vielleicht sogar vor Zuschauern gespielt werden kann, wurde erfüllt. Zahlreiche Chemnitzer werden den Weg nach Berlin antreten. Denn: „Wie oft hast du schon so eine Chance?“, fragt Steffen Herhold. „Wir haben sie uns erarbeitet“, sagt der Geschäftsführer, „und wollen sie jetzt auch nutzen.“

Der Matchup-Führer

Wer gewinnt das Dreierduell?

ALBAs gute Dreierquote(36 Prozent) bei hohem Volumen(28 Würfe) trifft auf die exzellente Perimeter-Verteidigung der NINERS. Chemnitz lässt defensiv nur knapp 25 Dreier zu, bei einer Trefferquote von 30 Prozent.

Erzielt ALBA einfache Putback-Punkte?

Berlin erzielt fast sieben Putback-Punkte nach Offensivrebounds, aber Chemnitz hat die fünftbeste Defensivrebound-Rate und sichert sich zwei von drei Defensivrebounds.

Kann Chemnitz Ballverluste im Pick’n’Roll vermeiden?

Die NINERS hatten im Saisonverlauf Probleme mit Ballverlusten im Pick’n’Roll – und genau das ist die Stärke der Berliner Verteidigung. Vorteil ALBA.

Punkten die NINERS in der Zone?

Chemnitz ist innerhalb der Zone äußerst treffsicher, ALBA ist defensiv beim Ringschutz anfällig. Die NINERS treffen 64 Prozent aller Korblegerversuche, Berlin erlaubt fast 25 Punkte pro Spiel. Vorteil NINERS.




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