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19
Sep

Meckern verboten, Bronze ist perfekt!

Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch zu einer außergewöhnlichen Leistung und Bronze! Nach dem knappen Aus gegen den späteren Europameister Spanien sprachen einige von verpasster Chance. Tatsächlich kann das Ergebnis unserer Basketballer gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Für mich haben die Deutschen dicht am Maximum operiert.

Kommentar: Kai Zimmermann | Foto: FIBA.

Coach Gordon Herbert hat die richtigen Spieler zusammengestellt. Die Chemie im Kader funktionierte perfekt. Ich wüsste keinen einzigen Spieler, der anstatt eines anderen hätte nominiert werden sollen. Respekt für diese konsequente und geniale Zusammenstellung.

Dennis Schröder hat den Sprung zum absoluten Anführer geschafft. Er hat verstanden, dass er konsequent vorangehen muss, dass er verteidigen muss. Da hat er (fast) alle Eitelkeit abgelegt, abgesehen von der, die einen Künstler zu etwas Genialem macht. Er hat alles Mimosenhafte abgestrichen. Schröders Ankündigung, Robin Benzing seine Bronzemedaille zu geben, falls dieser keine erhalten sollte, ist dabei eine schöne Episode. Die Spieler orientierten sich an Schröder, das ließ sich auch an der einzigen Halbzeit ablesen, in der er sich einen kleinen Rückfall erlaubte, der zweiten gegen Montenegro. Respekt, Dennis!

Die erste Geige mit Daniel Theis, Andi Obst, Johannes Voigtmann, Maodo Lo und Franz Wagner erfüllte ihre Rollen mit Bravour. Obst hat den Sprung zu einem internationalen Top-Spieler geschafft.

Auch die Spieler, die von der Bank kamen, fielen nicht ab. Sehr stark Johannes Thiemann. Niels Giffey setzte wichtige Impulse. Christian Sengfelder, Justus Hollatz machten ihr Ding.

Man kann über den Sinn des schnellen Switches von Nationalitäten immer diskutieren, aber es war aus sportlicher Sicht absolut richtig, Nick Weiler-Babb einzubürgern. Der Guard legte die defensive Basis, um die Medaille am Ende einzusacken.

Es war richtig von MagentaSport, RTL die große Bühne im frei empfangbaren Fernsehen zu geben. Basketball bedankt sich.

Es gibt nichts zu meckern. Und dann sollten wir es doch einfach genießen. Ohne „Aber“!

Was bleibt?

Das ist die große Frage, mit der sich die Verantwortlichen jetzt intensiv beschäftigen sollten. Die BBL beginnt in der nächsten Woche. Kann die Liga von den Erfolgen der Nationalmannschaft zehren? Wir wissen alle, das wird leider so nicht funktionieren. Aber es können sicher Schlüsse aus der Begeisterung gezogen werden, und wie sie die Mannschaft entfacht hat. Basketball steht - möglicherweise - heute zum letzten Mal für lange Zeit im Rampenlicht einer breiten Öffentlichkeit. Doch den Beweis, dass unser Sport eben doch in eine breite Öffentlichkeit geschoben werden kann, den hat diese EuroBasket erbracht.

So muss es weitergehen. Also, packen wir’s an.



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