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15
Nov

Werbung in eigener Sache

Das DBB-Team qualifiziert sich souverän für die WM und zeigt, was es in einem Jahr unter Coach Gordon Herbert gelernt hat.

Text: Martin Fünkele | Foto: IMAGO / Heiko Becker.

Robin Christen musste sehr breit grinsen. „Die haben einfach alle richtig Bock.“ Der 31-Jährige war nach seinem erst zweiten Länderspiel – in dem er mit 15 Punkten der X-Faktor war – danach gefragt worden, wie das denn gehen soll mit der Kultur und der Identität im deutschen Team, wenn in den Festerspielen immer andere nominiert würden. „Ich bin selbst überrascht, dass das nach zweieinhalb Tagen so gut aussah. Aber es macht einfach einen Riesenunterschied, wenn alle wirklich an einem Strang ziehen.“

Justus Hollatz hatte noch nicht einmal die von Christen angesprochen zweieinhalb Tage, um sich mit dem DBB-Team auf die Partie gegen Finnland vorzubereiten: Der 21-Jährige hatte auf seiner Reise von Nordspanien, wo er seit dieser Saison für CB Breogan spielt, eine Nacht auf dem Madrider Flughafen verbracht und war deshalb erst später zum Team gestoßen. Gebremst hat das den zweimaligen Nachwuchsspieler des Jahres (2021, 2022) kein bisschen. „Er hat sich an mehr Spielzüge von der EM erinnert als ich“, erklärte Head Coach Gordon Herbert, der dabei ebenfalls grinsen musste. Und an Hollatz (18 Pkt/9 As), dem der Bundestrainer attestierte, „ein EuroLeague-Spieler“ zu sein, ohne dass er das aktuell schon ist, lässt sich ganz gut festmachen, was das deutsche Team in den letzten 12 Monaten gelernt hat.

Hatte Hollatz bei seinem vierten Auftritt mit dem Adler auf der Brust vor gut einem Jahr – dem ersten unter Herbert – noch überfordert gewirkt, führte er bei seinem 25. Länderspiel gegen Finnland souverän Regie und war der Aufbauspieler, der den Deutschen bei Herberts Debüt (66:69-Niederlage gegen Estland) damals fehlte. „Wir haben gute Typen und eine Kultur etabliert, die es Spielern, die neu zum Team kommen, leichter macht“, sagte Christian Sengfelder (19 Pkt/5 As), der beim 94:80-erfolg über Finnland sein in dieser Saison bestes Spiel in der Bamberger Brose Arena ablieferte.

Auch wenn das DBB-Team den Finnen – immerhin EM-Viertelfinalteilnehmer – am Ende 80 Punkte gestattete (28 davon im letzten Viertel), war es die Defensive, die schon während des EM-Sommers die Identität der Herbert-Auswahl prägte. Ein Steal von Christen, der zu einfachen Fastbreak-Punkte führe, oder eine defensive Rettungsaktion von Max DiLeo, für die er waghalsig ins Aus sprang, sind nur zwei Belege dafür.

Und auch die 75:81-Niederlage in Slowenien passt hier ganz gut ins Bild. Einerseits, weil sie klarmacht, welche Klasse dieser Hollatz jetzt schon hat, anderseits, weil das DBB-Team ein Spiel, das es neun Minuten vor Schluss bereits verloren hatte (48:65) – und eigentlich nie gewinnen musste – dennoch nicht abschenkte. Hollatz, der nach einem Kurzeinsatz im ersten Viertel (3:48 Minuten) aufgrund von Leistenproblemen nicht mehr eingesetzt wurde, fehlte seinem Team massiv. Doch wer gedacht hatte, Basti Doreth sei mit seinen 33 Jahren auf diesem Niveau überfordert, wurde eines Besseren belehrt. Der „Quali-Basti“ stand in seinem 96. Länderspiel über 25 Minuten auf dem Parkett und dirigierte ein Team (7 As), das angeführt von David Krämer (21 Pkt, 19:11 Min) noch einmal auf 73:77 herankam. Dass dann Slowenien mit dem Hamburger Ziga Samar (checkt zu ihm die aktuelle BIG) besser und konsequenter war, schmälert den guten Eindruck nicht, den das DBB-Team in seinen ersten Auftritten nach der EuroBasket hinterlassen hat.

So kann man am Ende – auch wenn es zunächst gewöhnungsbedürftig war keine Trommler im Bamberg zu erleben – selbst der Freikarten-Aktion des Verbandes einen Punkt zuschreiben. Denn anstatt auf die regionalen Fans in Bamberg zuzugehen, die es gewohnt sind für fünf Euro im Stehplatzbereich Randale zu machen, lud der DBB weit über 1000 Nachwuchsbasketballer ein, die während des Spiels vor allem Maskottchen „Arnold“ feierten, dafür nach dem Buzzer ganz nah dran sein durften an den Nationalspielern. „Ich habe das als Kind auch erlebt, das war damals das Größte für mich“, erinnert sich Jung-Nationalspieler Christen, der mit seinen Auftritten im Nationaltrikot nicht nur Werbung für sich gemacht hat.



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