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25
Aug

Ein bisschen Zeit muss sein - jetzt ist Showtime

Im Anschluss an den Supercup in Hamburg und im Vorfeld der EuroBasket in Köln tritt die deutsche Nationalmannschaft in dieser Woche noch zweimal in der WM-Qualifikation an. Am Donnerstag spielt das Team in Schweden (25.08 | 18:30 Uhr | live bei MagentaSport), am Sonntag gastiert Slowenien in München (28.08. | 15:00 Uhr live ebenda).

Text: Lukas Robert | Foto: David Nienhaus.

In den Katakomben der Barclays Arena zeigt sich Maodo Lô am Freitagabend verwundert: Der Einladung zur Pressekonferenz im Anschluss an den überzeugenden 101:90-Sieg gegen Tschechien sind nur drei Journalisten gefolgt. Doch fehlendes Interesse liegt in Hamburg keinesfalls vor. Bei den Kolleg:innen drückte der Redaktionsschluss – und so hören sie erst verzögert, dass Gordon Herbert und Lô angetan von der eigenen Leistung waren. „Mein Körper hat sich besser angefühlt, ich bin dabei wieder Schritt für Schritt in Fahrt zu kommen. Das heute war schon gut“, sagte der 29-Jährige und verpackte damit mehrere wichtige Botschaften in wenige Sätze. Lô ist fit und einsatzbereit, was nach zahlreichen Verletzungsupdates der vorangegangenen Tage mehr als eine Erwähnung wert ist, er ist gewohnt selbstbewusst und er sieht sich nicht am (Leistungs-)Limit. Wohlgemerkt: noch nicht am Leistungslimit.

Obwohl das Team tags darauf eine deutliche 56:83-Pleite gegen EM-Mitfavoriten Serbien kassierte, verzeichnet es in der Hansestadt wichtige Lernerfolge. Es weiß was geht, es weiß was nicht geht – und auch mal wieder, wer fehlt: Dennis Schröder (Sprunggelenk) und Johannes Thiemann (Rücken) sind einige Tage raus. Wann sie ins Aufgebot zurückkehren können, ist ungewiss. Dass sie ins Aufgebot zurückkehren aber klar. Dies gilt nicht für Daniel Theis, der im Gegensatz zum Braunschweig-Berlin-Duo auf alle Fälle bei den WM-Qualifikationsspielen in Stockholm und München fehlen wird. Ein Einsatz im ersten EM-Spiel gegen Frankreich (01.09.) ist nicht unbedingt wahrscheinlich, aber auch nicht ausgeschlossen. Erst unmittelbar vor Turnier-Start wird entschieden, ob Theis dabei ist oder nicht.

Ein Theis-Ausfall würde den DBB treffen. Nach den gesundheitlich bedingten Absagen von Paul Zipser, Danilo Barthel, Maxi Kleber, Isaac Bonga, Tibor Pleiß und Moritz Wagner ist aber ohnehin Zusammenrücken im Herbert-Team angesagt. Dies funktioniert, der Blick geht optimistisch in die nahe Zukunft. Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Hamburg weiß dies, spürt dies: Über 6.000 Zuschauern kommen am Final-Tag in die Halle, sorgen für eine tolle Kulisse. Die Vorfreude auf die EuroBasket ist sicht- und erlebbar – auch wenn es gegen Serbien so endet, wie es endet. Deutlich.

Andreas Obst mit seinem Take-Away zum Supercup 2022: „Wir müssen an unserem Limit spielen. Wir müssen hart spielen, physisch spielen. In den kommenden Tagen kommen noch einige solche Kaliber.“ Auch wenn das nächste Spiel das wichtigste ist: Schweden ist damit natürlich nicht gemeint. Die Ziele des deutschen Teams in diesem Spätsommer sind ambitioniert. Das EM-Viertelfinale ist ein realistisches Minimal-Ziel, die im vergangenen Jahr zum Ziel gesetzte Medaille derweil nur (der zusammenschweißende Traum) im Hinterkopf.

Niels Giffey konnte einen, für ihn wichtigen und von langer Hand angekündigten, Termin wahrnehmen, der deutsche Ableger des Stammbaums von Nick Weiler-Babb wurde erfolgreich berücksichtigt und die historisch verdiente wie emotional gerechtfertigte Abschiedstournee von Robin Benzing muss (hoffentlich nur) warten. Im eigenen Land und vor den eigenen Fans möchte man sich und der (Basketball-)Welt beweisen, dass die letztjährige Olympia-Teilnahme kein Ausrutscher, sondern eine erfolgreich absolvierte Etappe war. Dass mit Deutschen nicht nur in der NBA, sondern ebenso in der FIBA-Welt zu rechnen ist. Auch ohne seine besten Individualisten begeisterte das Team in Split und Tokio. In diesem Jahr ist nun Schröder dabei. Kapitän und Anführer. Aber: kein Alleinunterhalter. Er ist gereifter und gelassener – bereit, wie auch seine Kollegen, für die große Bühne.

Auch wenn Deutschland bis dato nur gegen Belgien, das fünf seiner sechs Testspiele verlor, die in diesem Sommer sieglosen Niederlande und Tschechien, das den Verlust von Tomáš Satoranský zu verarbeiten hat, gewann: Viele Faktoren stimmten bis dato in den Duellen gegen das EM-Teilnehmer-Trio. Das Team ließ offensiv gefällig den Ball laufen, präsentierte sich einzeln und im Kollektiv in guter Verfassung. Defensiv offenbarte man zwar Mängel in Korbnähe – doch dies ist einerseits erklär- und andererseits in den kommenden Tagen noch ein Stück weit behebbar. Das Team steht, wenn auch vier Wochen später als geplant. Die Zeit, um die Rädchen zum (besseren) Laufen zu bringen, ist knapp. Aber nicht zu knapp. Wichtig ist, wenn’s Licht an geht. Von jetzt an gilt: Showtime!

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